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Strömende Ideen

 

 

 

 

 

Die GKN-Gruppe in Bruneck hat vor wenigen Wochen ihre Pläne für die Zukunft präsentiert. Es waren hochtrabende Pläne. Von Weltniveau. Die GKN ist in der Rienzstadt bereits seit 53 Jahren präsent und gilt allgemein als Vorzeigestandort innerhalb der weltweit operierenden GKN-Gruppe. Die Basis für den großen Erfolg wurde und wird von heimischen Managern geschaffen. Im Pustertal sind derzeit 1.326 Mitarbeiter für die GKN tätig. Im Vorjahr wurde ein Umsatz von 385 Mio. Euro erwirtschaftet und Steuern im Ausmaß von 30,6 Millionen Euro in den ländlichen Steuersäckel abgeführt. Eine Erfolgsgeschichte, die nun weitergeschrieben werden soll. Denn die GKN-Gruppe wird in Sand und Welsberg je eine weitere Zweitniederlassung errichten. 

 

Damit soll im Brunecker Hauptwerk Platz geschaffen werden für ein eigenes Kompetenzzentrum für Elektroantriebe. Denn Erfolg ist eine ständige Baustelle und das Ergebnis von Professionalität. Beides wird in der GKN-Gruppe im Pustertal gelebt. Doch Erfolg braucht auch Freiräume und darf nicht durch Korsetts eingeschränkt werden. Doch davon haben wir im Land mehr als genug. Die ausufernde Bürokratie, der Steuerdruck, Erreichbarkeit und Mobilität, die Versorgungssicherheit beim elektrischen Strom. Das alles sind Themen, die international verankerte Großunternehmen durchaus zum Abwandern veranlassen könnten. 

 

Peter Mölgg, der blitzgescheite Verantwortliche für Elektroantriebe und Allrad der gesamten GKN-Gruppe hat es auf den Punkt gebracht: Die Welt wird sich weiter verändern. Und damit auch die Arbeitswelt. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Mobilität. Die Elektromobilität wird zunehmen und die öffentlichen Verkehrsmittel müssen endlich richtig funktionieren. Ein besonders großes Problem ist die Energiesicherheit im Pustertal. Damit steht und fällt der Wirtschaftskreislauf. Ganz im Sinne: Ohne Energie – keine Synergie! Das ist schlicht eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Die Stromleitungen im Pustertal sind alt und anfällig. Daher weiß man auch nie, wann die Lichter ausgehen. Ein untragbarer Zustand. 

 

Die Pustertaler Unternehmer haben große Ziele. Das Vorgehen der GKN ist nur eines der vielen Beispiele. Ein Ziel zu haben, stärkt die Energie. Doch die Energie wird geschwächt, wenn das Ziel durch äußere Faktoren immer wieder oder sogar dauerhaft eingebremst wird. Daher ist es höchste Eisenbahn, endlich jene Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Denn die Welt wird immer mehr zu einem kleinen Dorf. Und die Welt duldet nun mal keine Einsiedler.

      

 

Reinhard Weger

 

 

 

 

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