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Die Zukunft der Mobilität

 

 

 

 

 

Hand auf’s Herz: Wer von uns liebt nicht das eigene Auto? Denn dieses ist noch immer der Haushalt des Mannes. Das Auto, die sichtbar gemachte Seele des Mannes, wie es der deutsche Philosoph und Journalist Manfred Hinrich so treffend auf den Punkt brachte. Heutzutage muss man einfach mobil sein. Ein Zwang; ein Muss! Doch nicht nur Otto Normalerverbraucher ist davon betroffen, sondern auch die öffentliche Hand in zunehmenden Maße gefordert. So wird der Ruf nach neuen und besseren Verkehrsanbindungen immer lauter und die vielen Autos müssen auch irgendwo geparkt werden. Dazu braucht es Tiefgaragen und Stellplätze – Bruneck kann ein Lied davon singen. Nicht zu reden von den vielen Staus. Der viele Individualverkehr bedeutet nämlich schlicht im Stau zu stehen. 

 

Doch die überbordende Mobilität von heute ist teuer erkauft. Und zwar auf Kosten der Umwelt und unserer Nachwelt. Denn  Umweltbelastungen, Klimaerwärmung, Verkehrsinfarkt, Lärm und Schmutz werden auch die künftigen Generationen nachhaltig beeinflussen. Zwar ist das Auto für immer mehr Menschen nicht mehr das klassische Statussymbol, sondern nur noch ein notwendiges Übel. Viele junge Menschen können sich offenbar vorstellen, in Zukunft komplett auf den fahrbaren Untersatz auf vier Rädern zu verzichten. Ein untrügliches Zeichen, dass sich unsere Gesellschaft im Wandel befindet. Vorbei die Denkweise, dass erst Statussymbole einem Menschen einen Mehrwert verleihen. Denn das kann nur sein, wenn man keinen hat.

 

Tatsache ist, dass wir umschalten müssen. Denn der Dieselskandal und die zu Neige gehenden Brennstoffe machen ein Umdenken schlicht notwendig. Denn egal, ob die Vorräte an fossilen Brennstoffen 2050, 2070 oder gar erst 2100 zur Neige gehen: die Ölpreise werden letztlich massiv ansteigen, dass günstigere Alternativen gesucht werden müssen. Zudem ist Umweltschutz kein Thema für einige grüne Spinner oder weltfremde Askesen mehr, sondern gesellschaftlich längst auf eine breite Basis gestellt. Das betrifft vor allem die Mobilität. Denn der Anteil des Verkehrssektors am weltweiten Ölverbrauch liegt laut Greenpeace noch immer zwischen 60 und 70 Prozent. Wir haben also keine andere Wahl, als den Umweltschutz zur Wachstumsindustrie zu machen und dafür zu sorgen, dass die Marktpreise die ökologische Wahrheit sagen. Ganz wie es Richard Freiherr von Weizsäcker, der ehemalige deutsche Bundespräsident, ausdrückte. 

 

Wir müssen also die Mobilität anders wahrnehmen. Das sagte auch Gouverneur Arno Kompatscher bei seinen diversen Auftritten im Pustertal. Es braucht intelligente Verkehrsleitsysteme und alternative Antriebe. Denn eines ist schon klar: Auch in Zukunft wird kaum ein Weg am Auto vorbeiführen. Nur wird es ohne Diesel und Benzin auskommen müssen. Doch auch Elektroautos werden Staus und Verkehrsprobleme verursachen. Daher müssen wir das Hauptaugenmerk auf intelligente Verkehrsleitsysteme richten um die Autofahrer möglichst staufrei durch die Straßen zu lotsen. Dabei werden die Daten über die Auslastung von Straßen schon heute in Echtzeit gesammelt. Nur werden sie nicht entsprechend verarbeitet und weitergegeben. Da herrscht noch ein großer Nachholbedarf. Denn die Daten sind der nachwachsende Rohstoff der Zukunft.             

           

Reinhard Weger

 

 

 

 

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