Herausforderung

  

Die Raiffeisenkasse Bruneck hat sich anlässlich der jüngsten Silvestergespräche kurz vor Jahresschluss der Familienbetriebe angenommen. „Ein Herzensanliegen“, wie Direktor Anton Josef Kosta meinte. Man kann davon ausgehen, dass diese Aussage keineswegs eine reine Floskel, sondern überaus ernst gemeint war. Denn die Familienbetriebe sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaft; sie sind krisenfest und engagieren sich für Region und Gesellschaft. Sie schaffen auch dann noch Arbeitsplätze, wenn bei vielen Kollegen in den betrieblichen Chefetagen der Stellenabbau bereits als großes Innovationskonzept verkauft wird. Das konnte man an der letzten wirtschaftlichen Krisensituation auch hierzulande klar erkennen.

 

Kleine Gelegenheiten sind oft der Anfang großer Unternehmen. Das sagte nicht etwa ein Wirtschaftsweiser heutiger Prägung, sondern der athenische Politiker Demosthenes, der zwischen 384 und 322 vor Christus lebte. Ein gescheites Köpfchen, von dem sich heutzutage so einige in den Chefetagen von Politik und Wirtschaft eine dicke Scheibe abschneiden könnten. Die Vorteile und Stärken der Familienunternehmen liegen also auf der Hand. Vor allem ihrer großen Innovationskraft und ihrer Flexibilität ist es zu verdanken, dass sie das Schiff oft besser durch stürmische Gewässer zu führen vermögen. Zudem kann diesen Betrieben auch mal eine steife Brise um die Ohren blasen – so leicht lassen sie sich nicht aus dem Ruder bringen.

 

Doch es gibt auch große Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Das wurde bei den Silvestergesprächen mehr als deutlich. Vor allem die Digitalisierung stellt  alteingesessene Familienbetriebe oft vor große Probleme. Doch an der digitalen Transformation führt kein Weg vorbei, wie zu hören war. Dass die technologische Entwicklung in den letzten Jahrzehnten wohl zu schnell ins Land zog, steht auf einem anderen Blatt Papier. In jedem Fall sind vor allem die Führungskräfte gefordert, welche die Mitarbeiter entsprechend motivieren müssen. Denn ohne sie lässt sich der Wandel letztlich nicht herbeiführen. 

 

Doch um die Zukunftsfähigkeit der Klein- und Familienunternehmen weiter zu stützen, muss auch ihre Rolle in der Gesellschaft mehr geschützt werden. Denn es gibt Versäumnisse: Steuerdruck, Bürokratie und fehlende politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Innovationen fördern und den Zugang zu Kapital erleichtern. Da muss der Hebel weiter angesetzt werden. Denn die Klein- und Familienunternehmen erbringen mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung und stellen rund sechs von zehn Arbeitsplätzen. Das bringt Sicherheit und schafft einen wesentlichen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder. Das zu erhalten ist unsere wichtigste Aufgabe. Von uns allen! 

 

                

Reinhard Weger

 

 

 

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