Bäuerliches Eigentum

  

Im Laufe der vergangenen Wochen wurde das neue „Gesetz für Raum und Landschaft“ in der zuständigen Gesetzgebungskommission durch die Mangel genommen. Man wollte den Entwurf mit Biegen und Brechen durchbringen. Der Grund liegt auf der Hand. Wenn das Gesetz noch vor dem Sommer im Landtag verabschiedet werden soll, wie dies Arno Kompatscher seinen Schäfchen unmissverständlich wissen ließ, dann darf nicht mehr lange herumgetrödelt werden. Denn dann ist Eile geboten. Zumal es einen allgemeinen Konsens darüber gibt, dass die Raumordnung im Land gelichtet werden muss. 

 

Kein leichtes Unterfangen, zumal die Interessen der Akteure unterschiedlicher nicht sein könnten. Den Bauspekulanten und Vertretern der Baulobby gehen die Lockerungen nicht weit genug und die Verlockungen des Geldes sind allgegenwärtig. Aber in unserer auf Erfolg und Gewinnmaximierung aufgebauten Gesellschaft ist es ja vielfach so, dass derjenige, der den Verlockungen von Macht und Geld auf Dauer sich widersetzt, mit Ohnmacht und Geldnot „belohnt“ wird. Ob das den Menschen gefällt? Denn Hand auf’s Herz: Für die meisten von uns ist das wohl kein allzu erstrebenswertes „Schicksal“.  

 

Dieser Aspekt prallt mit sozial- und gesellschaftskritischen Situationen zusammen. Mich ärgert aber, dass die Bauern im Zuge der Urbanistikdiskussion als geldgierige Säcke hingestellt werden, wie das von politischen Hosenträgern und so manchen Zeitgenossen gemacht wird. Denn die Bauern sind es, die ihre kostbaren Gründe – und damit ihr Eigentum – zur Verfügung stellen müssen. Dass sie es so teuer wie möglich tun, kann ihnen niemand verdenken. Wer würde das nicht? Und es sind immer noch die Amtsleute, die den Schlüssel zu des Bauern Geld haben, wie ein deutsches Sprichwort so schön sagt. 

 

Es gibt recht wenige Bauern, die sich die sprichwörtliche goldene Nase verdient haben. Und auch wenn es sie gibt, es ist nicht korrekt, den gesamten Bauernstand in Bausch und Boden zu verurteilen. Denn während man die Bauern immer noch an der Gabel und an den zerfurchten Händen erkennt, punkten viele andere in der Gesellschaft vor allem durch den Schnabel. Aber es sind immer noch die Bauern, die dafür sorgen, dass unsere Naturlandschaft sich in einem dermaßen tadellosen Zustand präsentiert. Das geht freilich nur, wenn die Felder bestellt und die Wälder bewirtschaftet werden. Eine intakte Natur und die Zufriedenheit der Bauern sind aber letztlich die Grundlagen für den Wohlstand in unserem Land. Das sollten wir nie vergessen!

      

                  

Reinhard Weger

 

 

 

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