Pressefreiheit

  

Derzeit steht die Freiheit der Medien auf der ganzen Welt unter Beschuss. Attacken gegen die Pressefreiheit gefährdeten aber nicht nur die Arbeit von Journalisten und Verlagen, sondern ziehen viel weitere Kreise. Denn jede Form der Zensur, Einflussnahme und jeder Versuch der Einschüchterung der freien Medien ist zugleich ein Attentat auf die demokratische Gesellschaft selbst. Die Pressefreiheit ist ihr Sauerstoff. Auf lokaler Ebene genauso wie international. Wird er verweigert, droht einer Demokratie der Erstickungstod, wie Christian Bommarius in der Berliner Zeitung so treffend formuliert hat. Doch Pressefreiheit nützt nur, wenn es auch unbequeme Journalisten gibt. Frei nach den Worten des Schweizer Politologen Dr. Gerhard Kocher. 

 

Die Pustertaler Zeitung (PZ) hat seit jeher diese Maxime gelebt. Damit ist die Zeitung stets gut gefahren. Sie durchlebt gerade ihr 30. Lebensjahr. Wenn das kein Erfolg ist! Aufgebaut und auf starkem Fundament gezimmert wurde sie von meinem Vorgänger im Amt, Dr. Willy Pöder und seit November 2013 habe ich die Ehre, diese wichtige Arbeit in medialer Hinsicht fortzuführen. Eine Aufgabe, der ich mich mit viel Kraft zu stellen versuche. Auch in Zukunft! Nicht immer trifft man dabei den richtigen Ton oder den richtigen Satz, der allen ausnahmslos gefällt. Das liegt in der Natur der Dinge und es wäre für eine Zeitung sogar bedenklich, wenn sie niemals ihre journalistischen Zähne zeigen würde. Es ist darüber hinaus wichtig, die Grenze zwischen Journalismus und Propaganda klar zu trennen. Das ist eine ureigene Aufgabe der freien Medien, absolut leserbezogen und sogar im deontologischen Kodex der Journalisten verankert. 

 

Natürlich gibt es Druck auf die freien (und freiheitsliebenden) Medien, wie es die PZ in jedem Fall ist. Ich sehe das aber durchwegs positiv. Denn Druck wird nur auf jene Medien ausgeübt, die erfolgreich, authentisch und meinungsbildend sind. Diese Freiheit begründet sich – zumindest im Fall der PZ – unter anderem aus der Tatsache, dass kein einziger Euro an Steuergeldern in dieses periphere Medienprojekt geflossen ist. Darauf haben sowohl Willy Pöder als auch der Unterfertigte stets großen Wert gelegt; denn öffentliche Gelder sind wie Weihwasser: jeder bedient sich und das führt letztlich in die Abhängigkeit vom steuerlichen Futtertrog. Dadurch aber würde das freie Denken Schaden nehmen, denn die Medien sollen den Boden für neues Denken, Innovationen und Ziele bereiten. Getragen von den Lesern, die als Gradmesser für Erfolg oder Misserfolg fungieren. Diese Ziele wurden auch von den Verlegern der PZ in all den Jahrzehnten stets mitgetragen.

 

Der „Schicksalstag“, den die Kollegen der Tageszeitung prognostiziert haben, ist schon mal vorübergezogen. Insofern freue ich mich auf weitere spannende Ausgaben gemeinsam mit Ihnen! Bleiben Sie uns gewogen! 

 

                    

Reinhard Weger

 

 

 

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