Wertvolles Ehrenamt

  

Vor kurzem feierte die Stadtfeuerwehr Bruneck ihr 155. Gründungsjubiläum. Mit einem offiziellen Festakt und einem Tag der offenen Tür. Zahlreiche Menschen aus nah und fern nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild über „ihre“ Feuerwehr zu verschaffen und auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Denn das Tätigkeitsfeld der Feuerwehren hat sich gewandelt. Stark gewandelt. Kollege Willy Pöder hat in seinem Bericht den treffenden Begriff der „Universalwehren“ benutzt. Nicht mehr so sehr das Feuer ist der große Feind, sondern technische Einsätze aller Gefahrenstufen halten die Mannschaften auf Trab. Wind-, Wasser- und Wetterereignisse sorgen zunehmend für enorme Herausforderungen, welche von den Wehren erhöhte Wachsamkeit und oft lange Einsatzzeiten fordern. Gerade diese Einsatzszenarien werden weiter zunehmen. Darauf gilt es entsprechend vorbereitet zu sein. Sowohl ausrüstungstechnisch, als auch personell.  

 

Die Messlatte dazu liefert die DNA eines jeden Feuerwehrmitgliedes. Denn „im Herzen steht der Einsatz für den Menschen, der Schutz von Hab und Gut“, wie Bürgermeister Roland Griessmair richtigerweise aufzeigte. Jeder Mensch kann sich darauf verlassen, dass er von den Feuerwehren Hilfe bekommt. Diese, das ganze Jahr und zu jeder Tages- und Nachtzeit abrufbare Hilfsbereitschaft zeichnet die Feuerwehrleute aus, welche vom Gedanken der Menschlichkeit, Solidarität und der Nächstenliebe getragen sind. Der Bürgermeister bezeichnete die Brunecker Feuerwehrmänner als „bessere Bürger“ innerhalb einer sonst oft wenig aufgeschlossenen Gesellschaft gegenüber Hilfsbedürftigen. Allein im Vorjahr rückte die Brunecker Stadtwehr zu über 450 Einsätzen aus und rettete dabei 67 Menschen.  

 

Es sind Zahlen wie diese, welche das enorme Leistungspotential der Feuerwehren untermauern. „Die Gewissheit, dass die Wehren immer dann zur Stelle sind, wann sie gebraucht werden, lässt uns aufatmen. Sie helfen immer und sofort: ohne Terminvereinbarung, ohne Ansuchen, ohne Rücksicht auf Arm oder Reich, auf Hautfarbe oder Religion“, meinte auch Bezirksfeuerwehrpräsident Reinhard Kammerer. Dass das auch noch ehrenamtlich erledigt wird, ist eine schöne und überaus wertvolle Eigenschaft. Doch hier gilt es anzusetzen, denn Ehrenamtlicher oder Ehrenamtliche zu sein, ist nicht immer einfach. Vor allem die bürokratischen und rechtlichen Hürden werden immer mehr. In dieser Hinsicht haben die Politiker ihre Hausaufgaben schlicht nicht gemacht. 

 

Darüber hinaus macht sich ein unsagbarer Trend breit, die Ehrenamtlichen zu Lückenfüllern zu degradieren, um das fehlende Handeln der öffentlichen Hand und der Zivilgesellschaft zu kompensieren. Wir müssen aufpassen, dass die Last für die Ehrenamtlichen letztlich nicht zu schwer wird. Die Folgen wären fatal. Schon heute fühlen sich so manche Engagierte immer öfter allein gelassen mit der Fülle an Aufgaben, die ihnen ganz selbstverständlich übertragen werden – ohne Dank und Anerkennung. Dabei wusste schon der lutherische Theologe Herman von Bezzel, dass Dank die größte Kraft des Lebens ist.

 

                         

Reinhard Weger

 

 

 

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