Optimismus und Hausverstand

  

Das Virus mit dem medizinischen Fachterminus „SARS-COV-2“ oder ganz allgemein die Coronavirus-Pandemie hat uns ganz schön durchgebeutelt. Das kleine „Dings“ hat es geschafft, mehr oder minder alle Nationen der Welt gehörig durchzurütteln und die größte Krisensituation der Nachkriegszeit herbeizuführen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden wir mit Sicherheit noch weiter zu spüren bekommen und wir werden diese Last wohl noch für viele Jahre mit uns tragen. Am Anfang wurde das Virus sträflich unterschätzt - doch nun ist die Zeit reif, mit Optimismus und Zuversicht eine neue Phase einzuleiten. Das zeigen auch die Bauern des Tales auf beeindruckende Weise, die wir für die aktuelle Titelgeschichte zum Interview gebeten haben.  

 

Damit dieser Neustart gut gelingt, braucht es tatkräftige und vor allem zukunftsorientierte Entscheidungen auf allen Ebenen. Was es nicht braucht, sind politische Winkelzüge und Kompetenzstreitigkeiten, bürokratische Orgien und überforderte Möchtegern-Experten. Es braucht auch keine unverständlichen Kraut- und Rüben-Dekrete, die nicht einmal die Juristen komplett verstehen. Und das Wichtigste: Es braucht noch viel mehr Tests zu annehmbaren Zeiten, damit künftige virologische Brandherde – die mit Sicherheit kommen werden – rasch gelöscht werden können. Denn jeder Feuerwehrmann weiß, dass sich ein Kleinbrand zum Großbrand entwickeln kann, wenn er nicht gezielt und zeitig bekämpft wird. 

 

Wichtig ist aber auch, dass mit konkreten und wissenschaftlich fundierten Zahlen rund um die Coronavirus-Pandemie gearbeitet wird. Denn diesbezüglich wurde viel Schindluder betrieben, was die Menschen noch mehr verunsichert hat. Daher ist es richtig, wenn der Staat die Durchseuchung auf dem gesamten Staatsgebiet feststellen lassen will, damit man weiß, wie viele Menschen tatsächlich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert worden sind. In Südtirol werden in dieser Angelegenheit insgesamt 4.000 Menschen in 30 verschiedenen Gemeinden vom Landes-Statistikamt ASTAT kontaktiert werden. Sie werden gebeten, sich dem serologischen Test zu unterziehen. Die Teilnahme ist wichtig, um weitere Schlüsse daraus ableiten zu können. Daher der Aufruf, sich aktiv zu beteiligen.  

 

Denn nur mit gegenseitigem Zusammenhalt, Optimismus, Hausverstand, Eigenverantwortung und einem Sinn für die Gemeinschaft kommen wir weiter. Das ist die große Lehre, die wir aus dem Ganzen ziehen sollten. Wir sind als Gesellschaft dann stark, wenn wir zusammenhalten. Wenn die Starken, Schwachen, die Jungen und die Alten an einem Strick ziehen. Die Freiheit des Einzelnen ist dabei keine reine Gutmütigkeit der Gesellschaft. Es geht letztlich um den schmalen Grat zwischen individueller Freiheit und kollektiver Sicherheit. Beides sind in der aktuellen Krise nämlich dieselben Seiten der gleichen Medaille. Verspielen wir sie nicht!       

 

       

Reinhard Weger

 

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