Mit Hausverstand

 

  

Die Brunecker Tourismuswirtschaft kommt langsam aus den Nachwehen des wochenlangen Lockdowns heraus. Die Gasthäuser, Restaurants, die Fremdenbetten und Hotels füllen sich wieder und langsam kommt so etwas wie Normalität zurück. Dafür sorgen vor allem die Italiener, die in Massen in das reizende Rienzstädtchen strömen. Das führt dazu, dass die Sommersaison langsam in die Gänge kommt und die Tourismuswirtschaft etwas aufatmet – zumindest was das Pustertal betrifft. Doch auch im Grünen Tal gibt es große Unterschiede. Ganz zu schweigen vom Rest des Landes, wo im Sommer herbe Einbußen befürchtet werden. Allgemein wird gehofft, dass der Sommer halbwegs passabel über die Bühne geht und dann im kommenden Herbst sowie Winter ein richtiger Neustart erfolgen kann.   

 

Die Tourismustreibenden haben neuen Mut gefasst und sehen die Zukunft wieder etwas positiver. Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden noch lange nachwirken. Die Gesundheitskrise hat sich nämlich zu einer der größten Wirtschaftskrisen der letzten 100 Jahre entwickelt, die nun mit viel öffentlichem Geld eingedämmt werden soll. Damit wachsen aber wieder die Schuldenberge der Staaten, die mittlerweile ohnehin zu den größten Bergen in der gesamten Galaxie zählen. Gottlob hat sich die Europäische Union in dieser Hinsicht zu einer halbwegs gemeinsamen Linie durchringen können. Damit konnte in extremis noch größerer Schaden bis hin zur Selbstauflösung der Union abgewendet werden. Das war ganz wichtig. Noch besser wäre es aber gewesen, wenn endlich die strukturellen Probleme der Staaten und der EU in grundlegender Weise angegangen worden wären. Gerade die Corona-Pandemie hat schonungslos aufgezeigt, wo die Schwächen liegen.   

 

Damit wieder zurück zum heimischen Tourismus. Ich wundere mich, wie schnell die Menschen die brutalen Auswirkungen der einschränkenden Maßnahmen offenbar vergessen haben. Die Bilder von ellenlangen und dicht gedrängten Menschenmassen am Pragser Wildsee haben für große Empörung gesorgt. Kaum jemand trug dort eine Maske und der Sicherheitsabstand wurde höchstens zum Wasser eingehalten. So werden dem Virus neue Nährquellen geboten. Die verschiedenen Hotspots im Lande machen deutlich, dass die Gefährdungslage unverändert hoch ist. Allerdings sind auch die diesbezüglichen Warnungen von einer zweiten Welle obsolet, da es gar keine Wellen gibt. Die Pandemie ist nämlich noch immer mitten unter uns. Wir müssen lernen, damit umzugehen und die entsprechenden Maßnahmen wie sozialen Abstand, Mund-Nasen-Schutz und ständige Hygienemaßnahmen auch weiterhin umsetzen. Also Hirn und Hausverstand einschalten! Denn einen weiteren Lockdown können wir uns schlicht nicht leisten – und dabei rede ich nicht nur vom finanziellen und wirtschaftlichen Aspekt!

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen – liebe Leserinnen und Leser – im Namen des gesamten Teams der Pustertaler Zeitung und von Radio Holiday einen schönen und erholsamen Sommer und vor allem viel Gesundheit. Die nächste PZ gibt es nach der einwöchigen Sommerpause dann wieder am 27. August 2020. Alles Beste!

  

       

Ihr Reinhard Weger

 

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