Wählen als Verantwortung

 

  

Es stehen wieder Wahlen an. Die Gemeinderatswahlen am Sonntag, den 20. September und Montag, den 21. September 2020 gelten als Gratmesser für die politische Weichenstellung im Land. Dabei werden die Bürgermeister und Gemeinderäte in 113 Gemeinden neu gewählt. Die Wahllokale sind am Sonntag von 7:00 Uhr bis 23:00 Uhr und am Montag von 7:00 Uhr bis 15:00 Uhr geöffnet. Die Wahlgänge finden in Übereinstimmung mit den Corona-Bestimmungen statt. 

 

Zeitgleich mit den Gemeinderatswahlen findet auch ein Verfassungsreferendum statt, bei dem es um die Verringerung der italienischen Parlamentarier geht. Sollte das „Ja“ gewinnen, wird die Zahl der Abgeordneten von 630 auf 400 und der Senatoren von 315 auf 200 reduziert. Gewinnt das „Nein“ bleibt die Anzahl der Abgeordneten wie bisher und es ändert sich im römischen Parlament im Grunde nichts. Noch ganz kurz eine Rechnung: Eine Abgeordnete bzw. ein Abgeordneter des römischen Parlamentes kostet pro Jahr 230.000 Euro. Eine Senatorin bzw. ein Senator schlägt hingegen mit 249.000 Euro pro Jahr zu Buche. Noch mehr als das Geld wirkt sich jedoch das italienische Zweikammersystem als Hemmschuh aus, das in dieser Form alles andere als zeitgerecht ist. 

 

Und nun das Wichtigste: Wahlen sind essentiell und im Sinne der Demokratie die Basis für das gesellschaftliche Zusammenleben. Daher ist es wichtig, vom Wahlrecht auch Gebrauch zu machen. Bitte nutzen Sie es und gehen Sie zur Wahl um Ihrer Stimme Nachdruck zu verleihen! Wählen ist nun einmal wichtig – auch wenn man mitunter die Faust im Sack zusammenballen muss. Nicht nur weil es ein Recht und ein Privileg ist, sondern weil es letztlich die Grundlage dafür ist, dass jeder Wahlberechtigte aktiv an der Demokratie mitwirken kann. Das ist in vielen Ländern nicht selbstverständlich. Umso wichtiger sollte man das Ernst nehmen. Das gilt für Bruneck genauso wie für die Dörfer des Pustertales. 

 

Zudem zählt jede Stimme. Wirklich jede! Denn oft geht eine Wahl sehr eng aus. Da kommt es dann auf jede einzelne Stimme an. Wer dann nicht wählen geht, lässt andere für sich entscheiden. Damit gehen dann Stimmen verloren. Im Umkehrschluss entscheiden dann andere, wer im Gemeinderat sitzt. Und noch etwas: Abstimmen ist noch immer der beste Schutz gegen Extremisten und Schaumschläger. Darüber hinaus muss zwischen Politik auf Landes- und Verwaltungspolitik auf Lokalebene unterschieden werden. Nichtwählen aus Protest funktioniert aus dieser Warte nicht. Denn wer einer Partei einen Denkzettel verpassen will, stärkt dann jene, die nicht im Sinne der Bürger aktiv sind. Wählen heißt daher Verantwortung zu übernehmen! Denn die Politik entscheidet bereits heute über viele Themen von morgen. 

  

         

Ihr Reinhard Weger

 

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