Sextner Corona-Herd

 

  

Die Sextner haben wieder einen Corona-Herd. Nachdem Ende Juli ein Virus-Hotspot in einem Hotel in Sexten festgestellt worden war, hat es diesmal neben der halben SVP-Fraktion im Gemeinderat diverse Besucher eines Sextner Barlokals getroffen. Mit Stand Dienstag-Vormittag, den 6. Oktober 2020, werden dem Sextner Cluster insgesamt 29 Infektionen zugerechnet, wobei 22 dieser 29 Personen ihren Wohnsitz in Sexten haben. Der neu gewählte Bürgermeister Thomas Summerer ist ebenfalls positiv getestet worden. In der Folge musste er in Quarantäne, das Rathaus zusperren und die konstituierende Ratssitzung samt Ausschusskür als Videokonferenz ansetzen. Mehr als 100 Sextner wurden – bis Montagabend – in Quarantäne geschickt. Der frisch gekürte Bürgermeister bezieht jetzt natürlich Prügel von allen Seiten und hat sich seinen Einstand als Erster Bürger mit Sicherheit anders vorgestellt. Es ist gerade jetzt aber wichtig, bei den Fakten zu bleiben und nicht Vorverurteilungen zu inszenieren.   

 

Ob die Infektionen tatsächlich in der besagten Sextner Bar ihren Ursprung gefunden haben, lässt sich im Nachhinein nicht genau sagen. Es gibt zwar starke Verdachtsmomente, aber die 100-prozentige Gewissheit halt auch nicht. In jedem Fall aber gibt es Kritik. Um das Gesundheitsproblem zu lösen, wird nun die Flucht nach vorne angetreten und alle Sextner zum Corona-Test gebeten. Es werden Antigentests mit Direktnachweis und bei Bedarf auch PCR-Tests durchgeführt. Die Testreihe ist am gestrigen Mittwochnachmittag angelaufen und soll bis zum Wochenende abgeschlossen werden. Getestet werden auf freiwilliger Basis alle einheimischen Bewohner, Mitarbeiter in Sexten und die Gäste. Diese flächendeckende Test-Strategie ist zweifellos wichtig, um diese Häufungen von Covid-19-Infektionen ausmachen und eingrenzen zu können. Denn nur so kann eine effiziente Isolierung neuer Fälle durchgeführt werden.

 

Dieser neue Corona-Herd in Sexten zeigt auf, dass die Corona-Pandemie keineswegs vorbei ist, wie viele nach dem „ruhigen“ Sommer meinten. In vielen europäischen und außereuropäischen Ländern steigen die Zahlen wieder rasant. Auch die römische Regierung, welche die Covid-19-Pandemie derzeit gut im Griff hat, verschärft wieder die Regeln und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Südtirol nachziehen muss. Oberstes Ziel ist es, einen kompletten Lockdown – wie wir ihn bereits mit Schrecken erlebt haben – mit allen Mitteln zu verhindern. Denn das würden Gesellschaft und Wirtschaft nur schwer verdauen. Doch wir haben es selbst in der Hand in welche Richtung sich das Ganze bewegen wird. Wir alle sind gefordert – jeder Einzelne! Insofern ist es eine gesellschaftliche Verantwortung, die wichtigsten Hygiene- und Gesundheitsregeln wie Händewaschen, Abstand und Mund-Nasen-Schutz einzuhalten. Mit Hausverstand, Verantwortungsbewusstsein und Bedacht! Dass das nicht immer einfach ist und dass mittlerweile nahezu jeder das Wort „Corona“ nicht mehr hören kann, ist menschlich verständlich, aber es löst das Problem letztlich nicht. Denn die Alternative ist wesentlich schlimmer.       

 

         

Ihr Reinhard Weger

 

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