Kultur- und Eventdienstleister leiden

 

  

Die heimische Kultur und die Eventdienstleitung haben eine große Bedeutung für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Doch es scheint, als hätten die politischen Vertreter den Wert von Kultur und Kunst in diesen schweren Zeiten (heute möchte ich das C-Wort an dieser Stelle nicht über die Tasten bringen) offenbar nicht erkannt. Den Schönwetterreden folgten wenige Taten, welchen von den Betroffenen eher als Makulatur und weniger als konkrete Hilfestellungen gewertet werden. Zwar wurde das Kulturbudget der Autonomen Provinz Bozen in den vergangenen Jahren erhöht und in den letzten zehn Monaten auch Kulturhilfen aufgelegt, aber der Verteilungskampf wird mit dem Fortbestehen dieser Krise immer heftiger. Die Betroffenen fürchten, dass sie abermals in der Reihe nach hinten gestellt werden. 

 

Die Grünen haben im Südtiroler Landtag anlässlich der jüngsten Sitzung einen Beschlussantrag eingebracht, demzufolge eine Erhebung der wirtschaftlichen Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in die Wege geleitet werden sollte. Der Vorschlag wurde versenkt, was zu großer Kritik Anlass gab. Brigitte Foppa (Grüne) hat es im PZ-Interview auf den Punkt gebracht, indem sie darauf verwies, dass es nicht darum geht, was die Kulturförderung bringt, sondern im Umkehrschluss was die Kultur uns selbst bringt. Das ist ein elementarer Unterschied und rückt die ganzheitliche Erhebung über die Wertschöpfung von Kultur und Kunst in den Fokus der Betrachtungen. Denn Kultur und Eventdienstleister sind wichtig für die gesamte Gesellschaft und die Wirtschaft selbst. Darauf fußt im Grunde unser ganzes Leben. Klaus Gasperi, der Gottvater des Brunecker Stadttheaters, geht sogar soweit, dass Kultur- und Künstlerförderung zugleich auch aktive Wirtschaftsförderung ist. Denn das kulturelle Umfeld einer Region oder einer Gemeinde gilt mittlerweile als entscheidender Faktor für Unternehmen und ist auch ein starkes Zugpferd für den gehobenen Tourismus.  

 

Doch die Kulturschaffenden und Eventdienstleister sitzen seit dem Beginn dieser Krise, die dank Südtiroler Sonderweg mit viel Schwung in die dunkelrote Sackgasse abgedriftet ist, komplett auf dem Trockenen. Sie mussten als Erstes die Tore dicht machen und werden wohl die Letzten sein, die wieder aufsperren dürfen. Und dies, obwohl rigorose Maßnahmen umgesetzt wurden. Für Gasperi ist es darüber hinaus geradezu grotesk, dass Ausgaben im kulturellen Bereich als „Subventionen“ gelten, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als „Subventionen“ zu bezeichnen. Damit werden die Weichen in eine falsche Richtung gestellt. Denn: Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert, so Gasperi. Das hat übrigens kein Geringerer als der damalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker im fernen Jahr 1991 festgestellt. Man sagt, dass die Entwicklungen in Deutschland nach rund zehn Jahren auch bei uns ihre Wirkung entfalten... Insofern könnte das so langsam ankommen! 

  

     

Ihr Reinhard Weger

 

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