Die Natur als Schatz

 

  

Vor kurzem hatte die zuständige Landesreferentin Maria Hochgruber Kuenzer frohe Kunde zu vermelden: Die Naturparkhäuser öffnen wieder ihre Tore und die Naturparke des Landes starten mit einem dicht gedrängten Veranstaltungsprogramm in die Sommersaison. Nach den von Lockdowns und Beschränkungen geprägten Wintermonaten konnte damit ein positives Zeichen des Neustarts gesetzt werden. Endlich ist es wieder möglich, die großen Schutzgebiete zu besuchen und ihre Besonderheiten aus der Nähe kennenzulernen. 

 

Südtirol verfügt mit den sieben großen Naturparks über einen Schatz von unschätzbarem Wert. Allein die Fläche zeigt auf, welchen Stellenwert diese Einrichtungen haben. Die Parks decken immerhin mehr als 24 Prozent der Gesamtfläche des Landes ab. Allein die Naturparkhäuser zählten im Jahr 2019 über 83.000 Besucherinnen und Besucher. Daran soll heuer angeknüpft werden. Ein reichhaltiges Rahmenprogramm soll dafür sorgen, dass der Besucherstrom wieder zu fließen beginnt und die coronabedingte Durststrecke definitiv der Vergangenheit angehört. Über 1,1 Millionen Euro werden zudem in die ordentliche und außerordentliche Instandhaltung sowie Sicherung des Wegenetzes fließen.

 

Die Vorstellung dieses umfangreichen Programmes bietet auch einen Anlass, über die Wertigkeit von Umwelt- und Naturschutz ernsthaft nachzudenken. Denn dieses Thema bewegt uns aus nächster Nähe. Fakt ist nämlich, dass mittlerweile durch Umweltverschmutzung mehr Tote zu beklagen sind, als durch kriegerische Auseinandersetzungen – Tendenz steigend! Wir werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zusätzliche gewaltige Anstrengungen unternehmen müssen um die Situation in den Griff zu bekommen. Das wird eine Herkulesaufgabe werden, aber die aktuelle Situation lässt keine andere Wahl. Der Geruch des Geldes und die Lust nach „immer mehr“ sind leider noch deutlich stärker als ein nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur. Geld und Gier vermischen sich oft nach wie vor zu einem tödlichen Cocktail. 

 

Die Folgen sind bekannt. Auf dem Altar des Profits wurden schon unendlich viele Opfer gefordert. Viele weitere werden noch folgen. Wir haben es aber selbst in der Hand, dagegen anzukämpfen. Das wird auch zum Teil schon gemacht, denn viele Menschen bemühen sich bereits ernsthaft, nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu „wirtschaften“. Das sind gute Vorzeichen, aber es braucht noch mehr. Denn die wahren Kosten von umweltschädigendem Verhalten sind auf Dauer schlicht nicht zu stemmen.       

 

     

Ihr Reinhard Weger

 

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