Das Klima geht uns alle an

 

  

Der Klimawandel ist in vollem Gange und er wird von uns Menschen aktiv befeuert. Die Auswirkungen sind längst sichtbar und sie werden weh tun. Sie werden uns mit voller Wucht treffen – mit zum Teil verheerenden Auswirkungen. Der erste Teil-Bericht des UNO-Weltklimarates lässt in dieser Hinsicht keine Fragen offen. Die rund 200 renommierten Wissenschaftler und Forscher fordern darin rasche und weitreichende Veränderungen in allen Bereichen, um die katastrophalsten Folgen der Erderwärmung abzumildern. Vor allem die steigenden Treibhausgas-Emissionen und der Raubbau an den natürlichen Ressourcen haben ein Ausmaß angenommen, das existenzbedrohend geworden ist. Der weltweite
CO2-Ausstoß, der bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, wird als weitere Hauptursache der Erderwärmung genannt. 

 

Die Fakten zeigen auch, dass die Erderwärmung offenbar wesentlich schneller voranschreitet, als bislang angenommen wurde. Laut dem UNO-Bericht könnte bereits im Jahr 2030 die entscheidende Schwelle von 1,5 Grad Celsius globale Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter überschritten werden. Damit revidieren die Forscher eine Erkenntnis von 2018, wo diese Schwelle für 2040 prognostiziert wurde. Kein gutes Zeichen, zumal verschiedene Folgen des Klimawandels nicht mehr rückgängig gemacht werden können und extreme Wetterereignisse weiterhin überall zunehmen. Die täglichen Bilder – auch bei uns – sind ein erstes Alarmzeichen!

 

Wir müssen also die Ärmel hochkrempeln und rasch handeln. Auf internationaler Ebene genauso wie auf nationaler und lokaler Ebene. Dabei ist jeder von uns gefordert. Um die schlimmsten Folgen noch abwenden zu können, braucht es laut dem heimischen Klimaforscher Georg Kaser, der den UNO-Bericht als Gutachter bearbeitet hat, ein Umdenken aller. Er regte im Gespräch mit RAI Südtirol auch an, sehr schnell zu einer Kreislaufwirtschaft zurückzukehren, Treibhausgase zu vermeiden und eine Gemeinwohlökonomie aufzubauen. 

 

Das alles ist mit dem aktuellen Wirtschaftssystem nur schwer machbar. Für die notwendigen Veränderungen braucht es daher einen starken Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Es braucht darüber hinaus konkrete und praktikable Ansätze, die jeder von uns tagtäglich umsetzen kann. Wir können beispielsweise mehr auf öffentliche Verkehrsmittel und auf die Fahrradmobilität setzen, weniger Fleisch konsumieren, die Heizung runterdrehen, Energiefresser ausmustern, Strom sparen, Kurzstreckenflüge canceln und nachhaltige Produkte vom lokalen Erzeuger kaufen. Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Packen wir es also gemeinsam an, denn die Welt kann auch ohne uns – wir aber nicht ohne sie!

 

      

Ihr Reinhard Weger

 

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