Kuriositäten und Volksweisheiten zum Wonnemonat, zusammengetragen von Margareth Berger

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Die Kinder schreien »Vivat hoch!«

In die blaue Luft hinein;

Den Frühling setzen sie auf den Thron,

Der soll ihr König sein.

 

Die Kinder haben die Veilchen gepflückt,

All, all, die da blühten am Mühlengraben.

Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest

In ihren kleinen Fäusten haben.

Theodor Storm 

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Maigeflüster

Kuriositäten und Volksweisheiten zum Wonnemonat, zusammengetragen von Margareth Berger 

Wussten Sie, dass... 

• die althochdeutsche Bezeichnung „Winnemunad” oder „Wunnemonad”  nichts mit Wonne zu tun hat, sondern „Weidemonat” bedeutet, weil man zu dem Zeitpunkt das Vieh austrieb?

• man den ersten Mai früher in Sexten um vier Uhr morgens mit den Glocken einläutete?

• die Bezeichnung „Mai” altitalischen Ursprungs ist und von „Maia”, der bona dea (= gute Göttin), kommt, die Erde und Wachstum beschützt und deren Fest in Rom am 15. Mai gefeiert wurde?

• Maiglöckchen giftig sind und schwere gesundheitliche Beschwerden hervorrufen?

• die Nacht vom 30. April auf den ersten Mai die Walpurgisnacht ist, in der die Hexen auf Besen und Gabeln ausfahren und man deshalb in alten Zeiten abends alle Gabeln und Besen mit dem Stiel nach unten aufstellte, damit die Hexen sie nicht mitnehmen konnten und sich darin verhedderten?

• Brunnenkresse und Guter Heinrich (Wildspinat) viel Vitamin C und zahlreiche andere gesundheitsfördernde Bestandteile enthalten?

• der Volksmund über den fünften Mai sagt: „Bischof Felix zeigt an, was wir für 40 Tag‘ für Wetter han”?

• man die Vogelmiere (im Volksmund „Hühnerdarm”) nicht zu fleißig jäten soll, weil der Salat in ihrer Nachbarschaft schönere Köpfe bildet?

• an den Tagen der „Eisheiligen”, also zwischen dem zehnten und 15. Mai, sehr oft Frosteinbrüche auftreten, weil sich die Luft über dem Kontinent schneller erwärmt als über dem Ozean und Luftverschiebungen nach Norden stattfinden, in deren Folge polare Kaltluft nach Süden strömt?

• der Eisheiligen-Spruch wie folgt lautet: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi/sind drei frostige Bazi/und am Schluss fehlt nie/die kalte Sophie”?

• man Erbsen und Tomaten nie nebeneinander pflanzen soll, weil sie sich buchstäblich nicht riechen können?

• der in Südtirol nicht sehr häufig aufgestellte Maibaum (im Pustertal zum Kirchtagmichl-Baum mutiert) auf einen alten deutschen Brauch zurückgeht, bei dem die Burschen den Mädchen mit Bändern geschmückte Fichtenbäumchen und den Schandmäulern vertrocknete Baumwipfel oder Äste ins Fenster stellten?

• man den Samen für Stangenbohnen am zehnten Mai in den Boden legt, damit die Triebe genau nach den Eisheiligen durchbrechen?

• Maibutter geschlagene Sahne ist?

• die weichen Triebspitzen der „Pfnatscherlen”, d.h. des Taubenkropf-Leimkrauts, im Veneto und im Friaul „Sclopit” heißen und als Delikatesse wie Spinat zubereitet und für hervorragenden Risotto oder Teigtaschen verwendet werden?

• Zwiebeln und Kartoffeln zwar in der Küche gut zusammenpassen, sich im Garten und auf dem Acker aber spinnefeind sind?

• die Wallfahrt der Welsberger nach Enneberg vor Christi Himmelfahrt auf ein Gelöbnis aus dem fernen Pestjahr 1638 zurückgeht?

• der Volksmund sagt: „Je nasser Pfingsten, desto reicher die Ernte”?

• man Blattflecken und Krautfäule an Stangenbohnen und Tomaten am besten bekämpft, indem man regelmäßig Steinmehl darüberstreut? 

• der 25. Mai ein Hellseher ist, denn „Das Wetter an St. Urban zeigt des Herbstes Wetter an”?

 


 

In diesem Jahr hat der Mai nass begonnen, am fünften Mai war es aber angenehm warm - alle Zeichen lassen also auf ein gutes Erntejahr hoffen. 

 

Quellen: Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger: „Essbare Wildpflanzen”
F. Haider: „Tiroler Brauch im Jahreslauf”

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