Spielsucht

  

Die Spielsucht ist im Pustertal ein großes Problem. Denn Menschen mit Spielsucht sind nicht mehr Herr über sich selbst. Der Drang, spielen zu müssen, ist stärker. Egal ob sie sich an Spielautomaten, in entsprechenden Lokalen oder online austoben – die Folgen sind immer dieselben und zum Teil dramatisch. Denn aus dem Spiel kann schnell Ernst werden. Spielsucht ist schlicht eine Krankheit, die behandelt werden muss. Darauf weist die Psychologin Dr. Anja Lageder vom Dienst für Unabhängigkeitserkrankungen im Brunecker Krankenhaus hin. 

 

Die Sucht führt unweigerlich zum gesundheitlichen und persönlichen Ruin. Denn Spielsüchtige verbringen viele Stunden beim Spiel. Dabei verprassen sie nicht nur Zeit, sondern mitunter auch viel Geld. So mancher Monatslohn oder gar die Monatsrente lösen sich auf der Suche nach dem schnellen Euro sprichwörtlich in Luft auf. Man kann sich ausmalen, wohin das letztlich führt. Das Problem ist allerdings, dass die Betroffenen selbst oft gar nicht merken, in welchen Teufelskreis sie sich hineinmanövrieren. Auch die Menschen in der näheren Umgebung wissen oft lange nicht, was los ist. Die Abhängigkeit ist ja nicht unmittelbar sichtbar und an keinen bestimmten Stoff wie Alkohol, Tabak oder Drogen gebunden. Seit Jahren werden auch Onlineglücksspiele immer beliebter. 

 

Die Anzahl der Betroffenen kann dabei nur geschätzt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen allerdings davon aus, dass mehr als 42 Prozent der Menschen zumindest einmal im Jahr um Geld zocken. Rund 15 Prozent dieser Personen weisen ein geringes Risiko auf, eine Glücksspielsucht zu entwickeln. Allerdings sollen 4 Prozent dieser Menschen ein mittleres und über 1,6 Prozent ein problematisches Glücksspielverhalten an den Tag legen. Die Dunkelziffer dürfte aber wesentlich höher liegen. Rechnet man das auf die Bevölkerungszahl im Land um, dann ist die Rechnung recht schnell gemacht und das Problem auf den Punkt gebracht. Denn jeder Betroffene bringt Leid über sich selbst, aber auch über die eigene Familie und die nähere Umgebung. 

 

Die Spielsucht – egal in welcher Form – ist eine Krankheit. Man muss sie als solche akzeptieren. Neben der Spielsucht selbst treten darüber hinaus häufig weitere psychische Störungen und Abhängigkeitserkrankungen auf. Viele der Glücksspielsüchtigen sind auch alkoholabhängig. Damit potenziert sich die Leidensspirale. Die Frage nach dem Geld ist ebenfalls allgegenwärtig. Beim Glücksspiel wird nämlich um Geld gespielt, aber das Pech bekommt man reichlich und umsonst. Insofern stürzt seine Leidenschaft den Betroffenen selbst, aber auch seine Familie und Umgebung, in ein grenzenloseres Elend. 

Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit sollte man sich auch dieses Problems annehmen und nicht die Augen davor verschließen. Egal auf welcher Seite des Lebens man gerade steht. 

 

                      

Reinhard Weger

 

 

 

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