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Pustertaler Zeitung – Die Informationsquelle für das ganze Tal

Die aktuelle Ausgabe der PZ‑Pustertaler Zeitung!

Ausgabe 2026/3
Veröffentlicht: 4. Februar 2026

Aktuelle Themen:

  • Olympische Winterspiele:
    Der Funke sprang über
  • Bus, Schiene oder Seil:
    Zukunft gehört den Öffis
  • Lisa Leoni: 
    Türen öffnen und Hemmschwellen senken
  • Die neue Hoi-Card: Ein echter Heimvorteil
  • Von Ötzi bis Ausgehkultur:
    Das neue Museumsjahr

Kommentar _ Ausg. 3–2026

Zwischen Rückgrat und Belastungsprobe

 

Der Tourismus ist und bleibt eine der tragenden Säulen der Südtiroler Wirtschaft. Er schafft Arbeitsplätze, sichert Einkommen in peripheren Regionen und ermöglicht Investitionen in Infrastruktur, von denen oft auch die einheimische Bevölkerung profitiert. Diese Bedeutung ist unbestritten und sie rechtfertigt, dass dem Tourismus politisch Aufmerksamkeit geschenkt wird. Doch weil er so wichtig ist, braucht er Maß, Steuerung und Weitsicht. Zudem ist klar, dass die Situationen vor Ort unterschiedlich sind. Nicht alles lässt sich in einen Topf werfen.

 

Aktuell verdichten sich aber die Diskussionen rund um Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele 2026, den Bettenstopp, die Debatte um rund 12.000 zusätzliche Betten sowie zahlreiche touristische Bauprojekte, die noch „rechtzeitig“ realisiert werden sollen. Diese Gemengelage wirft eine zentrale Frage auf: Geht es noch um nachhaltige Entwicklung oder zunehmend um kurzfristige Expansion?

 

Das gilt auch für Olympia. Diese „sportliche“ Großveranstaltung wird häufig als Katalysator für Investitionen und Modernisierungen angeführt. Tatsächlich können internationale Großereignisse Impulse setzen. Gleichzeitig bergen sie die Gefahr, Entscheidungen zu beschleunigen, die langfristige Auswirkungen auf Raumordnung, Landschaft und Lebensqualität haben. Wenn Projekte mit dem Argument der Dringlichkeit durchgesetzt werden, bleibt oft zu wenig Raum für eine nüchterne Abwägung von Nutzen und Folgen.

 

Der Bettenstopp in Südtirol ist ähnlich zu sehen und sollte ursprünglich genau hier ansetzen: Ungebremstes Wachstum entschleunigen, Qualität stärken, Druck aus dem System nehmen. Die Diskussion über tausende neue Betten und zusätzliche Bauvorhaben lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob dieses Ziel noch konsequent verfolgt wird. Mehr Betten bedeuten mehr Verkehr, höheren Ressourcenverbrauch, steigende Bodenversiegelung und zusätzlichen Druck auf Wohnraum und Infrastruktur. Das sind Herausforderungen, die auch im Pustertal vielerorts bereits spürbar sind.

 

Tourismus darf aber kein Selbstzweck sein. Er muss sich an der Tragfähigkeit des Landes orientieren und an den Bedürfnissen jener Menschen, die hier leben und arbeiten. Südtirol lebt von seiner Landschaft, seiner Kultur und seiner Lebensqualität. Das sind Werte, die nicht beliebig vermehrbar sind. Ein „Mehr“ an Tourismus kann schnell zu einem „Zuviel“ werden, wenn klare Leitplanken fehlen.

 

Was es jetzt braucht, ist keine ideologische Debatte für oder gegen den Tourismus, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viel Wachstum verträgt unser schönes Land noch? Wo sind qualitative Verbesserungen sinnvoller als quantitative? Und wie lassen sich wirtschaftliche Interessen mit Umwelt-, Raum- und Sozialverträglichkeit in Einklang bringen? Wie gesagt: Die Wichtigkeit des Tourismus ist unbestritten! Gerade deshalb ist diese Diskussion – bitte transparent und ehrlich! – derzeit wichtiger denn je. Damit wir gemeinsam an unserer Zukunft bauen können. 

 

 

Ihr Reinhard Weger

 

 

 

 

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